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Lexikon zum Technischen Fachwirt: Begriffe aus Prüfung, BWL, Technik und Förderung
Von Situationsaufgabe bis Bestehenserlass: 70 Begriffe, kurz erklärt und mit den passenden Ratgebern verknüpft.

Wer sich auf den Technischen Fachwirt vorbereitet, stolpert früh über Fachwörter aus der Prüfungsverordnung, der Betriebswirtschaft, dem Recht und dem Aufstiegs-BAföG. Das Lexikon erklärt sie in wenigen Sätzen und verweist auf verwandte Begriffe. Die Zahlen und Fristen stammen aus denselben Quellen wie der Rest des Portals.
A
- AufbauorganisationGliederung eines Unternehmens in Stellen, Abteilungen und Leitungsebenen sowie Regelung von Weisungs- und Kommunikationswegen.
- AblauforganisationRegelung von Arbeitsschritten, Reihenfolgen, Zuständigkeiten und Sachmitteln innerhalb eines Prozesses, etwa in Fertigung oder Auftragsbearbeitung.
- Allgemeine GeschäftsbedingungenVorformulierte Vertragsbedingungen, die für viele gleichartige Verträge verwendet werden und einer gesetzlichen Inhaltskontrolle unterliegen.
- ArbeitsschutzGesamtheit der Maßnahmen zum Schutz von Beschäftigten vor Gefährdungen am Arbeitsplatz, technisch, organisatorisch und persönlich.
- Aufstiegs-BAföGStaatliche Förderung beruflicher Aufstiegsfortbildungen; für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gilt derzeit ein Gesamtbetrag von bis zu 15.000 Euro.
- AFBG-NovelleGeplante Änderung des Aufstiegs-BAföG mit Inkrafttreten laut Entwurf am 01.08.2027; bisher nicht beschlossen, daher gelten derzeit die heutigen Sätze.
B
- Berufs- und arbeitspädagogische PrüfungAuf Antrag mögliche Zusatzprüfung zur Ausbildungssituation mit höchstens 30 Minuten, nach bestandener handlungsspezifischer Qualifikation.
- BestehensgrenzeDie Prüfung gilt als bestanden, wenn in jedem Qualifikationsbereich und in den übrigen Bewertungsteilen mindestens 50 Punkte erreicht werden.
- BerufspraxisNachweis einschlägiger beruflicher Tätigkeit, der über die Zulassung zu den Prüfungsteilen mitentscheidet.
- BestehensquoteAnteil der Prüfungsteilnehmenden, die die Fortbildungsprüfung bestehen; 2025 lag die bundesweite Quote rechnerisch bei 67,5 Prozent.
- BetriebswirtschaftslehreWissenschaft vom wirtschaftlichen Handeln in Unternehmen, die Entscheidungen zu Finanzierung, Produktion, Absatz und Organisation untersucht.
- BilanzGegenüberstellung von Vermögen und Kapital zu einem Stichtag, die zeigt, wie ein Unternehmen finanziert ist.
- Break-even-AnalyseBerechnung der Gewinnschwelle, ab der Erlöse die Gesamtkosten decken und ein Produkt oder Auftrag ohne Verlust arbeitet.
- Betriebswirtschaftliche KennzahlVerdichtete Messgröße, etwa aus Bilanz oder GuV, die Zustand und Entwicklung eines Unternehmens in einem Wert sichtbar macht.
- BetriebsabrechnungsbogenTabellarische Übersicht, in der Gemeinkosten den Kostenstellen zugeordnet und daraus Zuschlagssätze für die Kalkulation berechnet werden.
- BestehenserlassErlass von derzeit 50 Prozent des noch offenen Darlehens für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, wenn die Fortbildungsprüfung bestanden wird.
D
- Deutscher QualifikationsrahmenOrdnungssystem mit Niveaus, das Abschlüsse der beruflichen und akademischen Bildung vergleichbar macht; der Technische Fachwirt liegt auf Niveau 6.
- DeckungsbeitragDifferenz aus Erlös und variablen Kosten, die zur Deckung der Fixkosten und danach zur Erzielung des Gewinns zur Verfügung steht.
- DatenschutzSchutz personenbezogener Daten bei Erhebung, Speicherung und Verarbeitung, der im Betrieb Vorgaben für Prozesse, Software und Dokumentation setzt.
F
- FinanzierungBeschaffung von Kapital für Investitionen und laufenden Betrieb aus Eigen- oder Fremdmitteln sowie das Verhältnis beider Quellen.
- FixkostenKosten, die unabhängig von der produzierten Menge anfallen, etwa Miete, Versicherungen, Leasingraten oder feste Gehälter.
- FertigungsverfahrenMethoden zur Herstellung von Bauteilen, etwa Urformen, Umformen, Trennen, Fügen und Beschichten, die sich in Kosten, Toleranzen und Stückzahlen unterscheiden.
- FörderungshöchstdauerZeitliche Grenze der Förderung im Aufstiegs-BAföG: 24 Kalendermonate in Vollzeit und 48 Kalendermonate in Teilzeit.
- Fachpraktische ArbeitMeisterstück oder vergleichbare Arbeit, deren Materialkosten zu bis zu einer Hälfte gefördert werden, derzeit höchstens 2.000 Euro.
G
- Geprüfter Technischer FachwirtDie IHK-Aufstiegsfortbildung für Fachkräfte aus Technik und Wirtschaft, eingestuft auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens.
- Gewichtung der PrüfungsteileGesamtnote aus 15 Prozent wirtschaftlichen, 15 Prozent technischen, 45 Prozent Situationsaufgabe und 25 Prozent Fachgespräch.
- Geprüfter Technischer BetriebswirtFortbildung im Bereich Technik und Betriebswirtschaft, eingestuft auf DQR-Niveau 7 und damit eine Stufe über dem Technischen Fachwirt.
- Gewinn- und VerlustrechnungZeitraumbezogene Rechnung, die Erträge und Aufwendungen einer Periode gegenüberstellt und so das Ergebnis des Zeitraums ermittelt.
- GemeinkostenKosten, die sich einem einzelnen Produkt oder Auftrag nicht direkt zurechnen lassen und deshalb über Schlüssel verteilt werden.
- GewährleistungGesetzliche Haftung des Verkäufers oder Auftragnehmers für Mängel, die bei Übergabe vorliegen, mit Rechten wie Nacherfüllung oder Minderung.
- GefährdungsbeurteilungSystematische Ermittlung der Gefährdungen an Arbeitsplätzen mit Ableitung und Dokumentation geeigneter Schutzmaßnahmen.
H
- Handlungsspezifische QualifikationenSchriftliche Situationsaufgabe über vier Handlungsbereiche, die betriebliche Entscheidungen aus der Praxis simuliert.
I
- InvestitionsrechnungVerfahren zur Bewertung geplanter Investitionen anhand von Kosten, Erlösen und Zeiträumen, etwa über Amortisationsdauer oder Kapitalwert.
- InstandhaltungMaßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung des Sollzustands technischer Anlagen, unterteilt in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.
K
- KostenrechnungErfassung, Verteilung und Zurechnung der Kosten eines Betriebs, um Preise zu kalkulieren und die Wirtschaftlichkeit zu kontrollieren.
- KostenartenGliederung der Kosten nach ihrer Art, etwa Material, Personal, Energie, Abschreibungen oder Fremdleistungen.
- KostenstellenOrganisatorische Bereiche eines Betriebs, denen Kosten zugerechnet werden, etwa Fertigung, Lager, Instandhaltung, Verwaltung oder Vertrieb.
- KostenträgerProdukt, Auftrag oder Leistung, auf die Kosten letztlich verrechnet werden, um Stückkosten und Angebotspreise zu bestimmen.
- Kontinuierlicher VerbesserungsprozessMethode, bei der Mitarbeitende in kleinen Schritten Schwachstellen erkennen und Verbesserungen umsetzen, statt auf große Umbauten zu warten.
- KinderbetreuungszuschlagZuschlag im Aufstiegs-BAföG für alleinerziehende Teilnehmende mit Kindern unter 14 Jahren, derzeit 150 Euro je Kind und Monat.
- KfW-DarlehenZinsgünstiges Darlehen der KfW, das im Aufstiegs-BAföG den nicht als Zuschuss geleisteten Teil des Maßnahmebeitrags abdeckt.
L
- LiquiditätFähigkeit eines Unternehmens, fällige Zahlungsverpflichtungen jederzeit termingerecht zu erfüllen.
- LogistikPlanung und Steuerung des Materialflusses und Informationsflusses vom Lieferanten über die Produktion bis zum Kunden.
M
- Mündliche ErgänzungsprüfungZusatzprüfung, die angeboten werden kann, wenn in einem Prüfungsteil höchstens eine schriftliche Leistung mangelhaft ist.
- MaterialwirtschaftPlanung, Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung von Materialien, die Bedarf, Kosten und Lieferfähigkeit eines Betriebs ausbalancieren.
- MaßnahmebeitragBetrag für Lehrgang und Prüfung, den das Aufstiegs-BAföG je zur Hälfte als Zuschuss und als Darlehen gewährt.
P
- PrüfungsterminDie Prüfungsteile finden an festen, bundeseinheitlich abgestimmten Terminen statt, die je Teil getrennt liegen und sich pro Jahr unterscheiden.
- PrüfungsordnungDie Verordnung regelt Aufbau, Dauer, Bewertung und Wiederholung der Fortbildungsprüfung und gilt bundesweit für alle Prüfungsteile.
- PlankostenrechnungVerfahren, das Kosten vorab plant und die tatsächlich angefallenen Kosten anschließend mit den Planwerten vergleicht, um Abweichungen zu analysieren.
- ProdukthaftungHaftung des Herstellers für Personen- und Sachschäden, die durch ein fehlerhaftes Produkt entstehen, meist unabhängig von einem nachgewiesenen Verschulden.
- Produktionsplanung und -steuerungPlanung, Steuerung und Überwachung der Produktion, von der Bedarfsplanung über die Terminierung bis zur Kapazitätsabstimmung.
Q
- QualitätsmanagementAlle organisatorischen Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen Qualitätsziele plant, steuert, überwacht und verbessert.
S
- SituationsaufgabeSchriftliche Prüfungsform der handlungsspezifischen Qualifikationen, die einen betrieblichen Fall vorgibt und begründete Lösungswege verlangt.
- Situationsbezogenes Fachgespräch mit PräsentationMündlicher Prüfungsteil mit Präsentation, der erst nach erfolgreich abgeschlossenen schriftlichen Prüfungsleistungen stattfindet.
- Statistische ProzesskontrolleÜberwachung eines Fertigungsprozesses mit Stichproben und Regelkarten, die Abweichungen erkennen, bevor fehlerhafte Teile entstehen.
T
- Technische QualifikationenPrüfungsteil mit Grundlagen der Naturwissenschaft und Technik, technischer Kommunikation, Werkstofftechnologie sowie Fertigungs- und Betriebstechnik.
- TeilkostenrechnungKalkulationsverfahren, das nur variable Kosten den Kostenträgern zurechnet und Fixkosten als Block betrachtet, etwa für kurzfristige Entscheidungen.
- Technische ZeichnungNormgerechte grafische Darstellung eines Bauteils oder einer Baugruppe mit Maßen, Toleranzen und Angaben zu Werkstoff und Oberfläche.
U
- UnternehmensführungLehre von Zielsetzung, Planung, Steuerung und Kontrolle eines Unternehmens sowie vom Umgang mit Mitarbeitenden und Strategien.
- UmsatzsteuerSteuer auf steuerbare Lieferungen und Leistungen eines Unternehmers, mit Vorsteuerabzug als Gegenstück für eingekaufte Leistungen.
- UnterhaltsbeitragMonatliche Leistung bei Vollzeitmaßnahmen, die den Lebensunterhalt sichern soll und derzeit bis zu 1.019 Euro für Alleinstehende ohne Kinder beträgt.
V
- Variable KostenKosten, die sich mit der produzierten oder verkauften Menge verändern, etwa Material, Verpackung oder Provisionen.
- VollkostenrechnungKalkulationsverfahren, das sämtliche Kosten, fixe wie variable, auf die Kostenträger verteilt, um einen vollständig gedeckten Preis zu ermitteln.
- VermögensfreibetragBetrag, bis zu dem Vermögen im Aufstiegs-BAföG nicht angerechnet wird; derzeit 45.000 Euro, mit Zuschlägen für Ehepartner und Kinder.
W
- Wirtschaftsbezogene QualifikationenPrüfungsteil mit vier Qualifikationsbereichen zu Wirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Steuern sowie Unternehmensführung.
- WiederholungsprüfungEine nicht bestandene Prüfung kann zweimal wiederholt werden; die Wiederholung ist Teil der regulären Prüfungsordnung.
- WerkvertragVertrag, bei dem der Auftragnehmer einen konkreten Erfolg schuldet, etwa ein fertiges Bauteil oder eine abgenommene Anlage.
- WerkstofftechnologieLehre von Aufbau, Eigenschaften und Verarbeitung metallischer und nichtmetallischer Werkstoffe und ihrer Auswahl für technische Bauteile.
Z
- ZulassungsvoraussetzungenZulassung über eine passende Ausbildung mit Berufspraxis oder mindestens vier Jahre Berufspraxis; die Situationsaufgabe hat eigene Bedingungen.
- ZuschlagskalkulationKalkulationsmethode, bei der Einzelkosten direkt zugerechnet und Gemeinkosten über Zuschlagssätze auf die Kostenträger verteilt werden.